Aktuelle Neuigkeiten zu den Forderungen

Österreichische Star-Regisseure und Filmproduzenten stellen sich massiv gegen den drohenden großkoalitionären ORF-Deal.

Ihre Forderung:"Gebührenrefundierung nur im Gegenzug zu klarem gesetzlichen Programmauftrag!"


(Wien, 12.11.2009) Die österreichischen Filmschaffenden haben in wiederholten Gesprächen mit den verantwortlichen Politikern immer wieder eindringlich davor gewarnt, dem ORF zusätzliche finanzielle Mittel ohne klare, gesetzliche Auflagen zu gewähren. Genau darauf sind aber ÖVP und SPÖ bei den gestern und heute stattfindenden Parteienverhandlungen offenbar jetzt eingeschwenkt.

Das bedeutet:

- die Verschwendung von Steuergeldern: Ohne definitive gesetzliche Festschreibung, dass 25% der GIS-Gebühren für österreichische Eigen- und Koproduktionen zu verwenden sind, dienen diese Mittel nur der Aufrechterhaltung veralterter Struktur und kommen nicht der Programmproduktion und ihrer quantitativen wie qualitativen Steigerung zugute.

- den Verrat am Publikum: Österreichische TV-Filme, Serien und Dokus zählen unzweifelhaft zu den beliebtesten Sendungen des ORF. Über 1 Million österreichische Kinobesucher haben 2009 zudem mit Nachdruck ihre Leidenschaft für die heimische Filmkultur bekundet. Ohne die gesetzliche Festschreibung des Film-Fernseh-abkommens und eine wertgesicherte Dotierung seitens des ORF von mindestens 10 Millionen ist der heimische Kinofilm in seiner Existenz massiv bedroht.

- Insolvenzen in der heimischen Filmwirtschaft: Der Plan, die Gebührenrefundierung darüber hinaus erst 2011 wirksam werden zu lassen und die deutliche Reduktion des ordentlichen ORF-Produktionsbudgets erhöht das Insolvenz-Risiko in der österreichischen Filmwirtschaft enorm und bedeutet, dass bereits geplante und zum Teil geförderte und in Vorbereitung befindliche Filmprojekte weder im TV noch im Kino realisiert werden können. Sämtliche Bemühungen der Regierung den großartigen internationalen Erfolgen in Cannes, Venedig und bei den Oscars durch gezielte Kinofilmförderung gerecht zu werden, sind ohne verpflichtenden Auftrag des ORF nahezu wertlos.

- die fahrlässige Demontage des öffentlich-rechtlichen Auftrags: Wenn der Regierung der Programmauftrag des ORF mehr als nur ein Lippenbekenntnis wert ist, dann muss sie ihn - wie von den Filmmachern vorgeschlagen - konkretisiert ins Gesetz schreiben.

Die notwendigen finanziellen Mittel müssen zeitnah (also bereits für 2010) zur Verfügung gestellt werden.

Nur die gesetzliche Festschreibung garantiert und sichert die öffentlich-rechtliche Programmqualität, mehr und besseres österreichisches Programm für österreichische Gebühren sowie den Fortbestand des österreichischen Kinofilms.

Die österreichischen FilmregisseurInnen und Produzenten, namentlich

Michael Haneke, Stefan Ruzowitzky, Götz Spielmann, Rupert Henning, Barbara Albert, Jessica Hausner, Michael Kreihsl, Danny Krausz, Helmut Grasser, Heinrich Ambrosch, Veit Heiduschka

sowie zahlreiche andere Filmschaffende fordern die zuständigen politischen EntscheidungsträgerInnen erneut und mit großem Nachdruck dazu auf, für die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen und diese in der Novelle des ORF-Gesetzes festzuschreiben.

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