Aktuelle Neuigkeiten zu den Forderungen

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FILM-MIT-ORF: Erfolgreiche Einigung zwischen Filmwirtschaft und ORF

Auf Basis der im Begutachtungsentwurf für ein neues ORF-Gesetz in Aussicht gestellten Teilrefundierung der Gebührenbefreiungen einigten sich Vertreter der österreichischen Filmwirtschaft und ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz vergangenen Montag auf eine Erhöhung des Vergabevolumens für österreichische Produktionen in den Jahren 2010 und 2011 sowie die Weiterführung und Aufstockung des Film-/Fernseh-Abkommens mit dem ÖFI.

"Die erzielte Grundsatzeinigung“, so ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, „ist ein wichtiger Meilenstein für die Stärkung des Produktionsstandorts Österreich. Auf ihrer Basis kann die erfolgreiche Partnerschaft zwischen der österreichischen Filmwirtschaft und dem ORF weiterentwickelt und trotz der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen langfristig abgesichert werden“.

Mit der nun erzielten Einigung, die den ursprünglichen Forderungen der österreichischen Filmwirtschaft und Filmschaffenden nahe kommt, konnte der drohende Kahlschlag in der österreichischen Filmwirtschaft abgewendet werden:

- Durch die für die nächsten 4 Jahre sicher gestellte Fortführung und Aufstockung des Film/Fernsehabkommens ist die Basis für die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte des Österreichischen Kinofilms gelegt.

- Mit dem gegenüber der ursprünglichen ORF-Planung für 2010 nun um rund 30 Millionen erhöhten Vergabevolumen an die österreichische Filmwirtschaft ist die Aufrechterhaltung der öffentlich-rechtlichen Programmqualität und –quantität (insbesondere im Hinblick auf die nationale Fernsehfilm- und Serienproduktion) zumindest für die kommenden zwei Jahre gewährleistet.

Die österreichischen Filmschaffenden möchten sich hiermit bei den zahlreichen UnterstützerInnen ihrer Anliegen ebenso bedanken wie bei den verantwortlichen Vertretern in der Regierung und beim ORF, die diese für die österreichische Filmkultur und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk begrüßenswerte Lösung durch konstruktive Verhandlungen ermöglicht haben.

Einladung zur Pressekonferenz

Thema: ORF-Novelle – Gefahren und Chancen für die nationale Film- und Fernsehproduktion

Österreichische Filmregisseure und Filmproduzenten laden am Montag, 16.11.2009 um 10:00 Uhr, zur Pressekonferenz im Presseclub CONCORDIA

Die Novellierung des ORF-Gesetzes bietet die Chance, Natur, Sinn und Legitimation des öffentlichrechtlichen Rundfunks in einem dezidierten Programmauftrag klarzulegen, der die Aufrechterhaltung und Optimierung der Programmqualität sowohl im Informationsbereich als auch im Unterhaltungsbereich gewährleisten kann, sowie – in Erfüllung des erweiterten Kulturauftrags - die Fortsetzung der jüngsten Erfolge des österreichischen Kinofilms ermöglicht.

Die Produktion professioneller informationsjournalistischer, dokumentarischer und fiktionaler Sendungen ist die zentrale Leistung, die das Publikum vom ORF verlangt. Sie wird von österreichischen RegisseurInnen und Produzenten erbracht, die Ihnen an der Pressekonferenz näher erläutern, unter welchen notwendigen Rahmenbedingungen diese Leistung auch in Zukunft erbracht werden kann und warum der Gesetzgeber gefordert ist, diese Rahmenbedingungen im Zuge der Novelle des ORF-Gesetzes festzulegen.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen

Stefan Ruzowitzky, Rupert Henning, Götz Spielmann, Kurt Stocker und Alfred Noll

stellvertretend für zahlreiche anderen Regisseure und Produzenten zur Verfügung.

Wir freuen uns, Sie bei der Pressekonferenz begrüßen zu dürfen und bitten um Anmeldung via E-Mail an plattform@film-mit-orf.at oder telefonisch unter 0664 114 68 80.

Österreichische Star-Regisseure und Filmproduzenten stellen sich massiv gegen den drohenden großkoalitionären ORF-Deal.

Ihre Forderung:"Gebührenrefundierung nur im Gegenzug zu klarem gesetzlichen Programmauftrag!"


(Wien, 12.11.2009) Die österreichischen Filmschaffenden haben in wiederholten Gesprächen mit den verantwortlichen Politikern immer wieder eindringlich davor gewarnt, dem ORF zusätzliche finanzielle Mittel ohne klare, gesetzliche Auflagen zu gewähren. Genau darauf sind aber ÖVP und SPÖ bei den gestern und heute stattfindenden Parteienverhandlungen offenbar jetzt eingeschwenkt.

Das bedeutet:

- die Verschwendung von Steuergeldern: Ohne definitive gesetzliche Festschreibung, dass 25% der GIS-Gebühren für österreichische Eigen- und Koproduktionen zu verwenden sind, dienen diese Mittel nur der Aufrechterhaltung veralterter Struktur und kommen nicht der Programmproduktion und ihrer quantitativen wie qualitativen Steigerung zugute.

- den Verrat am Publikum: Österreichische TV-Filme, Serien und Dokus zählen unzweifelhaft zu den beliebtesten Sendungen des ORF. Über 1 Million österreichische Kinobesucher haben 2009 zudem mit Nachdruck ihre Leidenschaft für die heimische Filmkultur bekundet. Ohne die gesetzliche Festschreibung des Film-Fernseh-abkommens und eine wertgesicherte Dotierung seitens des ORF von mindestens 10 Millionen ist der heimische Kinofilm in seiner Existenz massiv bedroht.

- Insolvenzen in der heimischen Filmwirtschaft: Der Plan, die Gebührenrefundierung darüber hinaus erst 2011 wirksam werden zu lassen und die deutliche Reduktion des ordentlichen ORF-Produktionsbudgets erhöht das Insolvenz-Risiko in der österreichischen Filmwirtschaft enorm und bedeutet, dass bereits geplante und zum Teil geförderte und in Vorbereitung befindliche Filmprojekte weder im TV noch im Kino realisiert werden können. Sämtliche Bemühungen der Regierung den großartigen internationalen Erfolgen in Cannes, Venedig und bei den Oscars durch gezielte Kinofilmförderung gerecht zu werden, sind ohne verpflichtenden Auftrag des ORF nahezu wertlos.

- die fahrlässige Demontage des öffentlich-rechtlichen Auftrags: Wenn der Regierung der Programmauftrag des ORF mehr als nur ein Lippenbekenntnis wert ist, dann muss sie ihn - wie von den Filmmachern vorgeschlagen - konkretisiert ins Gesetz schreiben.

Die notwendigen finanziellen Mittel müssen zeitnah (also bereits für 2010) zur Verfügung gestellt werden.

Nur die gesetzliche Festschreibung garantiert und sichert die öffentlich-rechtliche Programmqualität, mehr und besseres österreichisches Programm für österreichische Gebühren sowie den Fortbestand des österreichischen Kinofilms.

Die österreichischen FilmregisseurInnen und Produzenten, namentlich

Michael Haneke, Stefan Ruzowitzky, Götz Spielmann, Rupert Henning, Barbara Albert, Jessica Hausner, Michael Kreihsl, Danny Krausz, Helmut Grasser, Heinrich Ambrosch, Veit Heiduschka

sowie zahlreiche andere Filmschaffende fordern die zuständigen politischen EntscheidungsträgerInnen erneut und mit großem Nachdruck dazu auf, für die entsprechenden Rahmenbedingungen zu sorgen und diese in der Novelle des ORF-Gesetzes festzuschreiben.

Claudia Schmied: "Film-Fernsehabkommen muss ins ORF-Gesetz"

Für Kulturministerin ist das Film-Fernsehabkommen "ein wichtiger Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Auftrags"

Wien (OTS) - Im Zusammenhang mit der Novellierung des ORF-Gesetzes betont Kulturministerin Claudia Schmied erneut die Bedeutung des Film-Fernsehabkommens: "Das Film-Fernsehabkommen mit dem ORF ist ein essentieller und unverzichtbarer Bestandteil der österreichischen Filmförderung. Für die langfristige Absicherung dieser erfolgreichen Zusammenarbeit ist eine gesetzliche Verankerung des Film-Fernsehabkommens wichtig. Gerade im Zusammenhang mit einer Gebührenrefundierung muss dieser wichtige Bestandteil des öffentlich rechtlichen Auftrags klar festgeschrieben werden", so Schmied.

Das Kulturministerium hat das Budget des Österreichischen Filminstituts seit 2006 um 70 Prozent auf 16,5 Millionen im Jahr 2010 erhöht und die Förderung für den innovativen Film auf zwei Millionen Euro verdoppelt. Würde die Kooperation mit dem ORF in Höhe von 5,9 Millionen Euro jährlich beendet, so wäre die positive Entwicklung der Filmförderung die die ökonomische Basis der großen nationalen und internationalen Erfolge des österreichischen Films darstellt, dramatisch gebremst. Darüber wurde auch im Kulturausschuss mit breiter Zustimmung diskutiert. "Gemeinsam mit der Kultursprecherin der ÖVP weiß ich mich hier in einem Boot", so Schmied.
Weiters betont Claudia Schmied die Bedeutung eines angemessen dotierten Produktionskostenzuschuß-Modelles nach deutschem Vorbild. Alle Bestrebungen in diese Richtung werden vom Kulturministerium mit voller Kraft unterstützt.

Auch ÖVP-Mediensprecher Karlheinz Kopf für „umfassende Aufrechterhaltung der Dotierung des Film-Fernsehabkommens“

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die ÖVP hat vor wenigen Tagen zugestimmt, dass dem ORF in den nächsten Jahren aus Bundesmitteln erhebliche Beträge zugeführt werden. Als finanzielle Hilfe für eine dringend notwendige und erfolgreiche Restrukturierung des Unternehmens. Das wird aber nur unter Erfüllung einer klaren Bedingung erfolgen: dass der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Programmauftrag weiterhin erfüllt. Und zwar in vollem Umfang. Dazu gehört unter anderem untrennbar die umfassende Aufrechterhaltung der Dotierung des Film-Fernsehabkommens. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP- Mediensprecher Klubobmann Karlheinz Kopf zu den heute in der APA veröffentlichten Forderungen von Kulturministerin Claudia Schmied.

ÖSTERREICHISCHES PROGRAMM FÜR ÖSTERREICHISCHE GEBÜHREN

Pressemitteilung: Die Gebührenrefundierung muss sich im Programm widerspiegeln: Mehr österreichische Filme im und mit dem ORF

(Wien, 9.November 2009) Der aktuelle Vorstoß der ÖVP, einer Refundierung der Gebührenbefreiung unter der Auflage zuzustimmen, dass der ORF diese Mittel ausschließlich für österreichische Programmproduktion verwendet, eröffnet die Chance, dass der ORF auch in der finanziell angespannten Situation seinen öffentlich-rechtlichen Programmauftrag in den nächsten Jahren wieder (besser) erfüllt. Der Vorstoß kommt den Interessen des ORF-Publikums entgegen, da österreichische Spielfilme, Serien und Dokumentationen zu den beliebtesten Programmen zählen und der ORF nur mit einem dezidiert nationalen Programm seine exklusive, unverwechselbare Position in der Medienlandschaft halten bzw. wieder erreichen kann, statt sich durch die Sendung von ausländischen Kauf-Programmen, die in den deutschen Programmen ohnehin oft auch noch zeitgleich von allen Österreichern empfangbar sind, ad absurdum zu führen.

Die österreichischen Filmschaffenden begrüßen diesen Vorstoß, der wieder Bewegung in die festgefahrenen Positionen der Regierungsparteien bringt, halten aber weiter an ihren Forderungen fest, dass unbeschadet dessen

1. der ORF gesetzlich verpflichtet werden muss, 25% der Gebühreneinnahmen dafür zu verwenden, österreichische TV-Filme, -Serien und -Dokumentationen bei österreichischen Produzenten in Auftrag zu geben oder in Koproduktion mit der österreichischen Filmwirtschaft herzustellen

2. auch das Film/Fernseh-Abkommen – als dritte Säule der nationalen Kinofilmförderung – gesetzlich fixiert und seitens des ORF mit einem Mindestbetrag von jährlich € 10 Millionen wertgesichert dotiert werden muss (das sind nicht einmal 0,35% des ORF-Umsatzes).

Denn nur entsprechende gesetzliche Festschreibungen können auf Dauer (unabhängig von der je aktuellen Unternehmensführung und politischen Mehrheitsverhältnissen) garantieren, dass der ORF nicht nur zusätzliche Mittel zweckgebunden verwendet, sondern auch in seinem regulären Budget die nötigen Mittel bereitstellt, um

- die Aufrechterhaltung und Optimierung der öffentlich-rechtlichen Programmqualität sowohl im Informationsbereich (Bildung und Zeitgeschehen; Magazine und Servicesendungen; Kultur; Religion) als auch im Unterhaltungsbereich (Fernsehfilm; Film und Serien) gewährleisten zu können, sowie

- die Fortsetzung der jüngsten Erfolge des österreichischen Kinofilms zu ermöglichen.

Da die derzeitigen Restrukturierungsmaßnahmen des ORF (noch) nicht ausreichen, um die zur Erfüllung der Forderungen notwenigen Mittel allein aus dem regulären Budget zu bestreiten und weiter sinkende Werbeeinnahmen Restrukturierungseffekte zunichte zu machen drohen, fordern die österreichische Filmwirtschaft und die österreichischen Filmschaffenden die Bundesregierung auf, die zweckgebundene Gebührenrefundierung – wie in dem von der österreichischen Filmwirtschaft vorgeschlagenen Finanzierungsmodell - im vollen Ausmaß und ohne zeitliche Beschränkung zu beschließen und die Zweckwidmung in der Novelle des ORF-Gesetzes festzuschreiben.

Es ist Aufgabe der Österreichischen Bundesregierung, dem ORF jene strategische Rahmenbedingungen zu setzen, die Natur, Sinn und Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in einem dezidierten Programmauftrag klarlegen, der ein leidenschaftliches Bekenntnis zu einem österreichischen Programm enthält, zu zeitgemäßen fiktionalen, aktuellen informationsjournalistischen sowie zu relevanten dokumentarischen Inhalten.

Erst unter diesen Rahmenbedingungen kann das operative Management eines öffentlich-rechtlichen Senders – jenseits rein marktwirtschaftlicher Orientierung - erfolgreich und effizient sein.

Nicht zuletzt fließen die durch die Gebührenrefundierung zweckgebunden für die österreichische Filmproduktion eingesetzten Steuermittel (durch die erhöhte nationale Wertschöpfung und die Generierung ausländischer Koproduktionsgelder) – anders als beim derzeit massiven Einkauf internationaler Produktionen - wieder als Steuereinnahmen zurück. Mit österreichischen Gebührengeldern auch eine österreichische Wertschöpfung zu erreichen muss ein politisches Ziel sein!

Es ist eine Frage des politischen Willens, ob „unser“ ORF eine Medienkolonie wird oder seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt, ob ORF auch in Zukunft für österreichisches Fernsehen steht oder als Kürzel für „Ohne Regionales Film- und Fernsehschaffen“.

EU beendet Verfahren gegen ORF

Mehr Auflagen und Kontrollen

Die EU-Kommission schließt das Wettbewerbsverfahren zu ORF ab. "Die Europäische Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Finanzierungsregelung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter ORF nach entsprechenden Zusicherungen Österreichs nunmehr mit den EU‑Beihilfevorschriften im Einklang steht.", heißt es seitens der Kommission.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes: "Ich bin davon überzeugt, dass mit den von Österreich angebotenen Zusicherungen einerseits die notwendigen Voraussetzungen für einen hochwertigen öffentlich-rechtlicher Rundfunk geschaffen und andererseits gerechte Ausgangsbedingungen in diesem Sektor aufrechterhalten werden." Gleichzeitig muss sich die Gebühren-Finanzierung des ORF aber „auf das zur Erfüllung seiner öffentlich rechtlichen Aufgaben erforderliche Maß beschränken", die kommerziellen Tätigkeiten müssten "strikt" von dessen öffentlich-rechtlichen Tätigkeiten getrennt werden, erklärte die Kommission am Mittwoch.

Neue Medienaufsicht-Behörde
"Der öffentlich-rechtliche Auftrag wird dadurch präzisiert, dass zusätzliche Kriterien für die Erbringung neuer Mediendienste eingeführt werden. Österreich wird eine neue Medienaufsicht einrichten, die überwachen wird, inwieweit der ORF den öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt. Wenn der ORF neue Mediendienste einführen will, muss er die entsprechenden Vorschläge der Medienaufsicht unterbreiten. Die Medienaufsicht wird daraufhin eine öffentliche Konsultation durchführen, um den Mehrwert dieser Dienste für die österreichische Gesellschaft sowie deren Auswirkungen auf den Markt zu prüfen. Dabei haben die Bürger und andere Marktteilnehmer Gelegenheit, zu den vom ORF geplanten neuen Medienangeboten Stellung zu nehmen", heißt es in einer Aussendung am Mittwoch.

Präzisierung des öffentlich-rechtlichen Auftrags
Österreich hat nun zwölf Monate Zeit, die Zusicherungen umzusetzen. Weiters erhält der ORF Vorgaben zu Sportrechten und -programmen, zu neuen Spartenprogrammen sowie zu neuen Online-Diensten. Kommission: "Die neue Medienaufsicht wird nicht nur überprüfen, inwieweit der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt, sondern auch dafür Sorge tragen, dass der ORF für die Erbringung seiner öffentlich-rechtlichen Tätigkeiten keinen überhöhten finanziellen Ausgleich erhält. Der ORF wird dazu verpflichtet, nicht genutzte Sportrechte Dritten in Sublizenzierung anzubieten. Außerdem wird sich der Kanal ORF Sport Plus auf Sportarten konzentrieren, denen in der österreichischen Medienberichterstattung kein breiter Raum zukommt.
Bei den neuen Spartenprogrammen für Information und Kultur werde im Rahmen einer Vorabprüfung untersucht, "welchen Mehrwert sie haben und wie sich möglicherweise auf den Markt auswirken werden". Die Programmgestaltung der bestehenden Fernsehkanäle ORF1 und ORF2 werde weiters Gegenstand einer laufenden internen Qualitätskontrolle sein. "Außerdem können bei der neuen Medienaufsicht Beschwerden eingereicht werden", so die Kommission.
Grünes Licht gab es für die geplante "TVthek": Öffentlich-rechtlich relevante Sendungen dürfen künftig sieben Tage lang online abrufbar sein. Hierfür braucht es keine Vorabprüfung, allerdings ist dann auch keine Online-Werbung erlaubt. Ansonsten muss sich der ORF im Onlinebereich auf öffentlich-rechtliche Angebote beschränken und darf den Onlineportalen von heimischen Zeitungen keine Konkurrenz machen. Es gibt außerdem eine Ausschlussliste, mit der etwa das Angebot von Klingeltönen, Glücksspielen, Partnerbörsen, Preisvergleichen etc. verboten wird.

Keine Einwände gegen Gebührenfinanzierung
Am Finanzierungssystem des öffentlich-rechtlichen Senders hatte die EU grundsätzlich nichts zu kritisieren. Laut der Einigung muss das Programmentgelt künftig alle fünf Jahre neu festgesetzt werden. Die Höhe wird wie bisher ORF-intern vom Generaldirektor vorgeschlagen und vom Stiftungsrat beschlossen. Neu ist eine Prüfung der Gebührenhöhe durch die Regulierungsbehörde. Neu ist auch, dass der ORF innerhalb von zwei Finanzierungsperioden, also maximal zehn Jahren, Verluste gegen Gewinne gegenrechnen darf.

(Zitiert: Der Standard)

Ö-Film-Erfolg: Über eine Million Zuschauer sahen 2009 heimische Filme im Kino

Verankerung des Film/Fernsehabkommens im neuen ORF-Gesetz soll den Erfolg prolongieren

Der österreichische Film hat im eigenen Land erstmals mehr als eine Million Kinobesucher im Jahr erreicht. Bereits Ende Oktober wurde die magische Grenze "bei weitem überschritten", teilte das Österreichische Filminstitut (ÖFI) am Mittwoch mit, obwohl heuer noch weitere Kinostarts anstehen. "Für uns ist das ein fantastischer Erfolg", so ÖFI-Direktor Roland Teichmann. Besonders erfreulich sei, so Teichmann, dass diese Marke nicht nur durch einen starken Film, sondern durch eine breite Vielfalt erreicht worden sei. Zu den erfolgreichsten österreichischen Filmen 2009 gehören die Filmfortsetzung der Mundl-Geschichten "Echte Wiener - Die Sackbauer Saga" mit mehr als 370.000 Besuchern seit Kinostart und die Wolf Haas-Verfilmung "Der Knochenmann" mit mehr als 260.000 Besuchern. Für Stefan Ruzowitzkys Kinderfilm "Hexe Lilli" wurden mehr als 176.000 Kinokarten verkauft.
Diese Vielfalt sei jedoch in Gefahr, heißt es in der Aussendung weiter, da der ORF das sogenannte Film/Fernseh-Abkommen zur Kinofilmförderung auslaufen lassen wolle. "Ich möchte noch einmal betonen, wie entscheidend ein klares Bekenntnis des ORF zum österreichischen Kinofilm ist", fordert Teichmann. Das Abkommen müsse daher - entsprechend der Forderung der Österreichischen Filmwirtschaft - dringend gesetzlich verankert und mit zehn Millionen Euro jährlich wertgesichert fixiert werden.

ORF: „Was erwarten wir vom öffentlich-rechtlichen Bildschirm?“

Eine Diskussion über gewünschte Programminhalte jenseits von Strukturdebatte und Finanzierungsmöglichkeiten

Sanierungsüberlegungen, Strukturdebatten, parteipolitische Deals und verlegerische Begehrlichkeiten prägen seit Monaten die Diskussion rund um den ORF. Irgendwann wird Alexander Wrabetz sein Restrukturierungspaket fertig geschnürt, werden die Regierungsparteien sich auf ein neues ORF-Gesetz geeinigt haben und damit auch die zukünftigen Rahmenbedingungen für die österreichische Film- und Fernsehwirtschaft feststehen. Ob der ORF dann noch - oder vielleicht wieder - in der Lage sein wird, ein dem öffentlich-rechtlichen Anspruch gerecht werdendes Programm zu machen, steht derzeit in den Sternen. Die Österreichische Gesellschaft für Kulturpolitik stellt sich – sinnigerweise in der Wiener Urania – an einer Podiumsdiskussion über „gewünschte Programminhalte jenseits von Strukturdebatte und Finanzierungsmöglichkeiten“ inzwischen die Frage, was wir vom öffentlich-rechtlichen Bildschirm überhaupt erwarten. Es diskutieren Michael Köhlmeier (Autor), Danny Krausz (Filmproduzent), Ona B. (Künstlerin), Peter Patzak (Filmregisseur), Wolfgang Puschnig (Musiker) und Wolfgang Reiter (Dramaturg und Regisseur, derzeit Sprecher der Plattform Filmwirtschaft und Filmkultur mit dem ORF), moderiert von Trautl Brandstaller (langjährige ORF-Journalistin, derzeit freie Publizistin). Vielleicht liefert die Diskussion über Programminhalte ja auch der Strukturdebatte und den Finanzierungsfragen neue Argumente ....

Dienstag, 3. November 2009, 18 Uhr
Dachsaal Volksbildungshaus Wiener Urania, 1010 Wien, Uraniastraße 1

Preisverdächtig

Der österreichische Film weiter auf Erfolgskurs

„Ein halbes Leben", eine Produktion der Allegro Film in Koproduktion mit ORF und ZDF ist in vier Kategorien für den Deutschen Fernsehpreis 2009 nominiert. Der Film des österreichischen Regisseurs Nikolaus Leytner geht in den Kategorien bester Fernsehfilm und beste Regie ins Rennen. Josef Hader verkörpert darin einen Vergewaltiger und Mörder, für diese Rolle kann er sich Hoffnung auf eine Trophäe als bester Schauspieler machen. Zudem ist Franziska Walser in der Kategorie beste Schauspielerin in einer Nebenrolle nominiert.

Auch für das Rennen um den Europäischen Filmpreis 2009 sind zwei österreichische Produktionen nominiert: "Der Knochenmann" von Wolfgang Murnberger (DOR-Film) und "Das weiße Band" von Michael Haneke (Wega Film in Koproduktion mit Les Films Du Losange, X Filme und Lucky Red) treten gegen prominente Mitbewerber wie "Zerrissene Umarmungen" von Pedro Almodovar, "Antichrist" von Lars von Trier, "Slumdog Millionär" von Danny Boyle oder "Looking for Eric" von Ken Loach an.

Studie: Kultursubventionen rechnen sich.

Besonders lukrativ ist die Filmindustrie.

Laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Wiener Wirtschaftskammer zählt insbesondere die Filmbranche zu den wertschöpfungsintensivsten Kulturbereichen. Laut IHS stehen einer Million Euro Förderung in Film und Kino 3,4 Mio. Euro Wertschöpfung, 45 Vollzeitarbeitsplätze und öffentliche Einnahmen in Höhe von 640.000 Euro gegenüber. Damit hat der Filmbereich den zweithöchsten Wertschöpfungsfaktor von allen geförderten Bereichen und wird nur von der Musik (4,1 Mio. Euro) überholt. Der Großteil der Wertschöpfung fließt in Form von Aufträgen in Wiener Unternehmen. Allen voran stehen Ausstatter-, Bühnen- und Tontechnikunternehmen, Verlage, Werber, Kinobetreiber, Unternehmensberater, Autoren, Regisseure, aber auch das Baugewerbe, der Handel und die Druckereien. Zusätzlich dazu profitieren Hotellerie und Gastronomie.

Biennale: Der Erfolgslauf des österreichischen Films setzt sich fort!

In Venedig sind sechs heimische Koproduktionen vertreten

Im Wettbewerb am Lido wird Jessica Hausner mit ihrem neuen Film "Lourdes“ (coop99) vertreten sein. Hausner erzählt in "Lourdes" die Geschichte einer jungen Frau, die bei einer Pilgerfahrt nach Lourdes Heilung nicht nur im körperlichen Sinn, sondern auch seelisch erfährt. Die zuletzt gehäuften Auszeichnungen für österreichische Filme - von Ruzowitzkys Oscar über Spielmanns Oscar-Nominierung bis zu Hanekes Goldener Palme im Mai - hätten den hiesigen Filmemachern zweifellos einen enormen Schub gegeben: "Durch diese Erfolge“, so Jessica Hausner in einem Kurier-Bericht, „ist eine unglaubliche Dynamik entstanden, ein Schneeballeffekt. Das Selbstbewusstsein der Filmemacher wurde gestärkt. Da sieht man erst, was für ein riesiges kreatives Potenzial vorhanden ist."

In der Sektion Orizzonti laufen Peter Schreiners "Toto" (echt.zeit.film) und eine weitere coop99-Koproduktion: "Pepperminta" der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist, eine unkonventionelle Frauengeschichte mit Elisabeth Orth. In den Giornale degli Autori startet Sherry Hormanns "Wüstenblume" (DOR Film), die Verfilmung des Lebens der Menschenrechtlerin Waris Dirie. Und in der Settimana della critica zeigt Patric Chiha die Beziehungsgeschichte "Domaine" (WILDart Film) mit Sylvie Rohrer.

ORF-Enquete für Filmwirtschaft thematisch unbefriedigend

FAF kritisiert Tagesordnung und Teilnehmerliste

Der Fachverband der Film- und Musikindustrie hat in Briefen an Staatsekretär Josef Ostermayer (SPÖ) und ÖVP-Klubchef Karlheiz Kopf zur Tagesordnung und Teilnehmerliste der für 17.September geplanten parlamentarischen "ORF-Enquete" Stellung genommen. Diese werde in der Öffentlichkeit als Startschuss und Inputgeber für die für Herbst in Ausssicht gestellte ORF-Gesetznovelle wahrgenommen. Die vorrangig zu lösenden ORF-Probleme werden aber gemäß der Tagesordnung gar nicht zur Debatte gestellt. Weder stehe die reformbedürftige Struktur des ORF zur Diskussion noch der öffentlich-rechtliche Programmauftrag und seine notwendige Neudefinition sowie quantitative und qualitative Aufwertung. FAF-Geschäftsführer Werner Müller und der Obmann des Fachverbandes, Danny Krausz, der die Film- und Musikindustrie bei der Enquete vertreten wird, bedauern die verpasste Gelegenheit, mit der Equete eine breite Diskussionsbasis für die dringlichen Strukturmaßnahmen im ORF zu eröffnen, die eine Basis für die kommende Novelle sein müsste.

(Nachtrag: Danny Krausz hat die Österreichische Filmwirtschaft bei der ORF-Enquete vertreten. Lesen Sie hier den Originalwortlaut seine Rede.)

ORF-Enquete im Parlament

Am 17. September 2009 wird in der Zeit von 9 bis 18 Uhr eine Parlamentarische Enquete zum Thema "Öffentlich-rechtlicher Rundfunk - Medienvielfalt in Österreich" stattfinden, die die für Dezember geplante Novelle des ORF-Gesetzes vorbereiten soll.


Für die Teilnahme an dieser Enquete sollen laut Parlamentskorrespondenz „alle relevanten Markteilnehmer, internationale Experten sowie Vertreter von Interessensverbänden eingebunden werden. Sie sollen gemeinsam die Zielsetzungen einer Gesetzesnovellierung diskutieren.“

Die Diskussion soll in drei Themenblöcke geteilt werden. Zunächst sind grundsätzliche Statements von den beiden Klubobmännern Josef Cap (SPÖ) und Karlheinz Kopf (ÖVP), von den Mediensprechern von FPÖ, BZÖ und Grünen sowie von den Staatssekretären Josef Ostermayer (SPÖ) und Reinhold Lopatka (ÖVP) geplant. Über die Zukunftschancen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus europäischer Sicht diskutieren im Anschluss daran internationale ExpertInnen mit der EU-Kommissarin Nellie Kroes. Der dritte Themenblock ist der Frage nach den Rahmenbedingungen für die Medienvielfalt in Österreich gewidmet. Dazu sind Impulsreferate von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Horst Pirker, Präsident des VÖZ, vorgesehen.

Noch viel zu vage geht aus dem Antrag hervor, ob und wie der öffentlich-rechtliche Programmauftrag jenseits des Informationsauftrags an der Enquete diskutiert werden soll, insbesondere die Forderung der österreichischem Filmwirtschaft und Filmschaffenden nach 25% des Programmentgelts für die Produktion österreichischer Fernsehfilme, -serien und –dokumentationen, die auf die Konkretisierung und Festschreibung des bestehenden gesetzlichen Programmauftrags abzielt, den der ORF im Zuge der aktuellen Sparmaßnahmen praktisch nicht mehr erfüllt. Für die Herstellung von Eigen- und Koproduktionen ist in den Budgets für 2010 und 2011 nicht einmal mehr die Hälfte des 2008er-Budgets eingeplant; zudem macht der ORF – wie Kommunikationschef Pius Strobl jüngst gegenüber der „Presse“ erklärte – die Fortsetzung des Film/Fernsehabkommens neuerlich davon abhängig, ob die Republik dem ORF die versprochene Rundfunk-Gebührenrefundierung abgibt und wie sich der Werbemarkt entwickelt.

Die Reform des ORF-Gesetzes muss bis 19. Dezember dieses Jahres beschlossen werden. Die Enquete ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Bild- und Tonaufnahmen sind zulässig.